östliche Seite des restaurierten Zentralbaus

Die Frontlänge des Zentralbaus beträgt 44 Meter, die Tiefe 27,60 Meter. Er liegt auf dem höchsten Punkt der Erhebung und seine Fundamente ragen noch bis 1 Meter tief in den Boden. Sie sind als Sickerung ausgeführt und  wirken wie eine Drainage. Die Mauern des Kernbaus (rot) sind fast 1 Meter stark.
In einer 1.Phase entanden die Räume A-E-F. In Raum E hat sich auf dem gewachsenen Boden der Rest einer Herdstelle erhalten (x). Ansonsten konnte nichts mehr an Ort und Stelle gefunden werden, allerdings viele Architekturteile, die auf die Ausstattung des Baus schließen lassen. Dazu gehört Wandputz in verschiedenen Ausführungen, Fußbodenplatten aus geschliffenen, marmorartig farbigen Kalksteinplatten, die etwa 60 km aus dem Donautal hierher transportiert wurden, mehrere Schlüssel in hervorragendem Zustand samt gut erhaltenen Schlossteilen, Bronzebeschläge, Glasscheibenreste uvm. Außen war der Bau im Stil der Zeit weiß verputzt und nachträglich mit Fugenstrich versehen.
In einer 2. Phase wurden die Räume B,K und C angefügt. Die Mauern sind geringfügig schwächer als die der 1. Phase und nach Norden hin ebenfalls als lockere Stückung ausgeführt ( blau). Darauffolgend wurden die restlichen Bauteile angefügt (grün). Das südliche Mauerwerk von C und H ist nur etwa 60 cm stark und schwächer fundamentiert. Unterteilungen der Räume scheint es keine gegeben zu haben.

Das äußere Bild entspricht nun dem Typus einer “Villa Rustica“ mit Porticus und Seitenrisaliten. Aufgrund der gewaltigen Fundamentbreite kann auch auf eine entsprechende Höhe von mindestens zwei Stockwerken geschlossen werden. Über die Funktion der Räume ist nur schwer etwas auszusagen. C und H gehören zu einer Portikus, die in der späteren Phase teilweise  in das Gebäude integriert wurde (c), wobei H den äußeren, im Freien liegenden Teil darstellt.TürschlüsselWandputz
 Ein an der Außenwand angebrachter Auslauf aus Sandsteinplatten bei der NO-Ecke von Raum B deutet auf einen bewirtschafteten Raum, evtl Küche, hin. Die nördlichen Räume sind alle durch Auffüllung nivelliert, eine auffallende Menge an Tierknochen im NO-Eck von Raum A deutet darauf hin, dass auch die inneren Räume in Ihrem Gehniveau höher lagen als heute. Mit Hypokaustheizungen ist nicht zu rechnen, da im inneren Baubereich noch eine stattliche Anzahl der o.g. Fußbodenplatten gefunden wurden.